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Whisky – vom Machodrink zum Küchenhelfer?

Trends&Kultur | 18. Mai 2019
James Bond hat einen Neuen – einen neuen Drink. Statt Martini „gerührt, nicht geschüttelt“ greift er in den Filmen Skyfall und Spectre zum edlen Whisky. Zum „Tag des Whiskys“ schauen wir nach, was 007 zu dem Wechsel bewog.

So wie der britische Geheimagent machen es immer mehr. Der anhaltende Longdrinkboom eröffnet vielen die Welt der Spirituosen – und viele entdecken hier auch den edel-braunen Drink. Wobei Whisky kein Modegetränk wie beispielsweise Gin ist. In der Regel trinkt man Whiskey pur oder auf Eis.

Whiskey als Longdrink

Dabei gibt es auch für Whisky tolle Cocktailrezepte. Whiskey sour beispielsweise mit 3 cl Zitronensaft und 2 cl Zitronensirup auf 6 cl Whiskey. Oder Manhattan bestehend aus 5 cl Whiskey, 3 cl rotem Wermut, 2 Spritzern Bitter und einer Cocktailkirsche. Ein buchstäblich heißer Klassiker ist Irish Coffee. Bei der Mischung aus Kaffee, Zucker, Whiskey und halb geschlagener Sahne kann man sich in an einen der Ursprünge des Whiskeys zurückversetzen: Irland. Hier und in Schottland wurde wohl schon vor über 500 Jahren Whisk(e)y gebrannt.

Whiskey oder Whisky – die Herkunft entscheidet

Beide Länder entwickelten dabei ihre Besonderheiten - ausgehend von den Rohstoffen gemälzte Gerste, Hefe und Wasser. Der schottischen Whiskys (ohne 'e') erhält seinen rauchig-torfigen Geschmack durch das Trocknen der keimenden Gerste über Torffeuern. In Irland wird ohne Torffeuer gearbeitet. Dadurch ist der irische Wiskey (mit 'e') milder im Geschmack. Gleich ist wiederum die mehrjährige Lagerung in Eichenholzfässern. Mit den schottischen und irischen Auswanderern kam Whiskey nach Amerika. Hier musste man bei der Wahl des Getreides experimentierfreudiger sein. Daher ist der amerikanische Whiskey auch aus Mais (ergibt den bekannten Bourbon), Roggen oder Weizen gebrannt. Heute gibt es Whisk(e)y-Destillerien auf der ganzen Welt. Bekannte Herkunftsländer sind Indien, Japan, Taiwan und auch Deutschland. Die Schreibweise mit oder ohne 'e' gibt heute Auskunft, in welcher Tradition sich die Brennerei sieht.

Whiskey–Sorten

Whisky unterschiedet sich nicht nur nach Herkunft und Getreideart, sondern auch danach, ob er nach dem Brennen noch weiter gemischt wurde. Man spricht von Single oder Blended Whiskeys:
• Single Malt Whiskey: Whiskes aus einer einzigen Brennerei, hergestellt mit Gerstenmalz. Dabei darf der Whiskey aus verschiedenen Fässern stammen, so dass der Geschmack verbessert werden kann. Beim Mischen von verschiedenen Jahrgängen wird das jüngere Alter auf dem Etikett angegeben.
• Single Cask Whiskey: Dieser Whiskey stammt aus nur einem Fass.
• Blended Malt Whiskey: Mischung unterschiedlicher Malt-Whiskeys aus unterschiedlichen Brennereien.
• Blended Whiskeys: Mischung unterschiedlicher Whiskeys, hergestellt sowohl mit Gerstenmalz als auch mit anderem Getreide.
Vielen gilt der Single Malt als Highlight, doch wie bei allen Genussmitteln gilt: Selbst probieren und entscheiden.

Missverständnisse beim Whiskeytrinken

Falsch wäre es auf jeden Fall, Whiskey als Macho-Getränk abzutun. Frauen wie Simon de Beauvoir, Greta Gabo oder Hildegard Knef tranken ihn. Damals sprengten sie damit Konventionen. Heute genießen Männer wie Frauen den Drink wegen seiner komplexen Aromen – nicht wegen seines Images.
Ein weiterer Fehler ist es Whisk(e)y nur nach dem Essen zu trinken. Je nach Sorte eignet er sich gut zu Fleischgerichten aber auch zu Süßspeisen. Wer es wagt, kann Whiskey auch zu Austern oder Blauschimmelkäse probieren. Doch warum nur Whisky zum Essen?

Kochen mit Whisk(e)y

Als Zutat passt Whiskey ebenfalls gut zu Fleisch – besonders zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch als Soße oder Marinade. Auch Nachtische wie Triffle oder Kuchen lassen sich mit Whiskys verfeinern.

Wir sind mutiger und probieren Whisky in einer Soße zu grünem Spargel:
Dafür 200 ml Gemüsebrühe mit 100 ml Orangensaft zum Kochen bringen und auf ein Drittel reduzieren. Dann 2 EL Honig und 4 cl Whisky einrühren, noch einmal aufkochen lassen und mit Salz abschmecken.

Genuss teilen

In den letzten Jahren sind in vielen Städten Whiskey-Clubs entstanden. Die Menschen treffen sich zum gemeinsamen Probieren (Tasting). Doch auch Essen kann man teilen, beispielsweise bei MamaManna. Wer gerne kocht, kann seinen Nachbarn Portionen zum Unkostenbeitrag anbieten und abholen lassen.

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