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Nonnenfürze

Trends&Kultur | 11. Februar 2019

Nonnenfürze? Habe ich richtig gelesen? Steht da Nonnenfürze?
Ja, im Kochbuch '99 Lieblingsessen für Kinder' von Birgit Hackl und Regina Schneider, ist ein Rezept für Nonnenfürze. Ich erfahre: Das ist eine Art Brandteig, der frittiert wird. Ahhh, vielleicht daher der luftig-lustige Name: Heiße Windbeutel!


Aber woher kommt denn der Name samt Rezept?


Im Internet lerne ich, dass, wäre ich im Süden des Landes geboren worden, mich der Name nicht verwundert hätte. Die Schwaben kennen die Nonnenfürzle schon lange, In den Küchenamtsrechnungen aus dem 14 Jahrhundert des Stiftes Klosterneuburg, sind sie als "nunnenfoerzlein" erwähnt. Die Gebrüder Grimm haben in ihrem bekannten Deutschen Wörterbuch (zu sehen im Museum 'Grimmwelt' in Kassel - eine fantastisches Ausstellung, die sicher ein Besuch wert ist) das Wort jedoch nicht vom Winde herwehen sehen, sondern als Ableitung des französischen Worts farce (= Füllung) erklärt. Die Klöster der Nonnen waren für ihre Pfefferkuchengebäck bekannt und diese waren mit Marzipan gefüllt.


Heute werden die Nonnenfürzle nur an Fastnacht gegessen.


Das klingt für mich als gebürtige Rheinländerin schon wieder vertrauter. Dort gibt es ebenfalls Fettgebackenes mit viel Zucker zur Jeckenzeit. Die Menschen am Rhein nennen es: Mutzen. Oder Muuzen.
Dabei gibt es zwei grundlegend verschiedene Formen: Die kompakte Rundliche und die flache Raute. Auf der Suche nach der Herkunft des Wortes "Mutze", lese ich bei zeitspurensuche.de, dass das Wort Mutz = Bäcker bedeutet und dessen Brötchen zeitweise in diversen Regionen so oder ähnlich genannt worden. Man geht jedoch in der Ursprungssuche noch weiter, nämlich, dass Mutzengebäck mit einer religiösen oder "heiligen" Bedeutung verbunden war. Das klingt plausibel, denn Karneval ist ein altes Brauchtum zum Wechsel der Jahreszeiten, das die Geister des Winters vertreiben sollte.
Gewechselt werden im Karneval auch Rollenmodelle und Konventionen: Dann kann's auch schon mal Nonnenfürzle geben.

 

Hier das Rezept:

250 ml Milch
60g Butter
Prise Salz
150 g Mehl
4 Eier
1 Msp. Backpulver

Öl zum Frittieren und Puderzucker


250ml Milch mit einer Prise Salz und 60g Butter kurz aufkochen, vom Feuer nehmen und 150 g Mehl unterrühren. Ein Holzlöffel eignet sich hierfür am besten.

Topf wieder auf den Herd und weiter rühren bis das der Teig sich vom Boden löst.

Topf wieder vom Herd und ein Ei unterrühren. Drei weitere Eier nach und nach darunter mischen. Das geht gut mit Knethaken und Mixer. Jetzt noch das Backpulver hinzufügen.

Der Teig glänzt, ist zäh und muss vom Löffel geschoben werden. Teig in einen Spritzbeutel füllen und in heißes Öl tropfen lassen, evtl. mit Messer abschneiden.

Wenn die Fürzle goldbraun sind, herausnehmen, abtropfen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

 

Alaaf und Helau!

 

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